Ich glaube nicht, dass die Industrie sich nur für Flottenkäufe interessiert, denn da ist die Marge am geringsten. Ich kenne auch kein einziges Beispiel eines Flottenkaufs bei Porsche, Ergebnis? Gewinneinbruch um 91%. Das war mal die Cash-Cow des VW-Konzerns. Elektrischer Boxster und Cayman? Welcher Flottenkunde kauft das und wo bleibt die Erkenntnis, dass die Anzahl der privaten Kunden für diese Fahrzeuge noch stärker einbrechen wird als der Gewinn? Kennt jemand von euch auch nur eine einzige Person, die sich darauf freut, endlich einen elektrischen Zweisitzer von Porsche zu kaufen? In meinem Umfeld, das immerhin einige Autofans enthält, findet sich da nicht ein einziger.
Wenn diese Entwicklung, wie ich es den Reaktionen auf meinen Post entnehme, vermeintlich vollständig von den Vorständen antizipiert wurde, weil sie den Markt woanders sehen, warum sind dann alle so erstaunt über Umsatz- und Gewinneinbruch?
Bei VW und Porsche geht es bereits um die Existenz. Ob es in 10 Jahren noch eine Automobilindustrie in Deutschland gibt, ist mehr als fraglich, wenn es erst richtig in die Verlustzone dreht, wofür die Weichen schon gestellt sind, geht es sehr schnell mit dem Niedergang.
Lotus ist da nur ein Vorreiter, weil sich Geely noch konsequenter dumm angestellt hat als die Deutschen, indem sie die Wünsche ihrer Kunden vollständig ignoriert haben. Und bei der Vernichtung von Kapital waren die effizienter als alle Vorbesitzer. Aber das alles passiert heute schon parallel in der deutschen und europäischen Autoindustrie. Weil man glaubte, die Politik könnte die Bürger zwingen, das zu kaufen, was sie nicht wollen. Jetzt merken die Vorstände, dass planwirtschaftliche Methoden eben doch nicht funktionieren, was für eine Erkenntnis!
Wenn die These stimmen würde, dass es am schwindenden Vorsprung der deutschen Automobilindustrie läge und die Produkte nur durch die anderer Hersteller substituiert würde , müsste der Gesamtmarkt ja mindestens stabil bleiben, aber der Markt in Deutschland schrumpft deutlich, obwohl die Bevölkerung gleichzeitig wächst. Der Fahrzeugbestand ist dabei gestiegen und der Gebrauchtwagenmarkt gewachsen. Das Durchschnittsalter der Fahrzeugflotte steigt ebenfalls kontinuierlich, was dafür spricht, dass wie hier Ansätze einer Kubanisierung des Fahrzeugmarkts beobachten können.