Sardinien-Korsika 2026

  • Hat ein bisschen gedauert, bis ich mir die Zeit genommen habe, den Reisebericht zu schreiben 🙄 Ich mach das ja auch für mich selber als kleine Erinnerung an meine Touren…


    Das war nun der Auftakt in die Saison 2026.


    Wie diese Tour enstanden ist, möchte ich euch mit diesem Reisebericht erzählen.

    Zur Vorgeschichte:

    Mit dieser Email an meine (Kurven)Räuber-Kollegen hat das Projekt Sardinien-Korsika 2026 gestartet

    Schlussendlich haben sich dann 2 Kollegen ganz selbstlos bereit erklärt, mich von meiner „geplanten“ (es gilt die Unschuldsvermutung) Irrfahrt auf Sardinien auf den rechten Weg zu bringen.

    Am 1. Mai ging´s los. Kurz vor Mittag trafen meine Kollegen bei mir zu Hause ein und bei strahlend blauem Himmel und angenehmen 20 Grad gings in Richtung Schweizer Autobahn.

    Das einzige Highlight auf der Fahrt nach Genua war die „alte Bundesstraße“ am San Bernardino.

    Dort war wie immer kein Verkehr, beste Asphaltverhältnisse und aufgrund der vielen Kurven kann so eine Straße sogar in der Schweiz Spaß machen.

    Will jetzt aber damit natürlich nicht sagen, dass wir zu schnell unterwegs waren, denn Kurven können auch mit 80 Spaß machen.


    Dann das „leidige Muss“ bei jeder Korsika und Sardinien Reise – nämlich die Fähre.

    Wer schon mehrmals mit Fähren gefahren ist, weiß was ich meine…


    Samstag Früh – Land in Sicht.
    Der erste Blick auf Sardinien.

    Bei bestem Wetter sind wir im Hafen von Porto Torres eingelaufen.

    Die erste Fahrt führte uns nach Stintino – dem nordwestlichen „Wurmfortsatz“ der Insel.

    Da gab´s den ersten Cappu di Cino und das erste Gruppenfoto auf der Insel.

    Damit es nicht nur „Auto-Fotos“ gibt, haben wir noch einen Abstecher zum Capo di Nettuno gemacht.

    Dort wäre eigentlich noch eine Kurzwanderung zur Grotta delle Brocce geplant gewesen, aber wir haben uns dann doch für ein paar „Zusatzkurven“ entschieden :cc

    Via Alghero ging´s auf die Küstenstraße SP105 nach Bosa.

    Eine wunderschöne Straße entlang der schroffen Westküste.

    Doch leider ist der Straßenbelag in einem derart miserablen Zustand, dass man sich mehr um die Schlaglöcher, als um den schönen Rundumblick konzentrieren musste.

    Meine letzte Fahrt auf dieser Straße ist nur 2 Jahre her, aber gefühlt ist der Asphalt mindestens 20 Jahre schlechter geworden.

    Für schöne Fotos taugt sie aber allemal

    Kurz vor der Ankunft in unserem Hotel nochmal ein kleiner Foto-Abstecher nach S‘Archittu zu einem Natur-Highlight.

    Vor lauter Fotostopp-Abstecher und Zusatzkurven hat schon die Dämmerung eingesetzt,

    bis wir endlich unser verdientes Feierabendbier auf der Hotelterrasse zu uns nehmen konnten.


    So, das war Teil 1 - Teil 2 folgt sogleich

  • Tag Nummer 3 führte uns weiter in Richtung Süden. Über den Passo Bidderdi (492 m hoch) gings auf die Insel Sant’Antioco.
    Beim Kaffeestopp in einem kleinen Dorfkaffee ist dann gleich das halbe Dorf zusammengekommen, um die Autos zu besichtigen.

    Da musste unser Aston Martin Fahrer erneut feststellen, dass – obwohl er das teuerste Auto mit doppelt so vielen Zylindern, dem mit Abstand besten Sound (der V12 klingt wirklich herrlich) – die Leute zuerst vom Lotus Fotos gemacht haben 8)


    Bei dieser alten, verlassenen Miene hat sich wieder ein schönes Gruppenfoto angeboten

    Wenn wir das nächste Mal an dieser Leitplanke vorbeifahren, wird die salzige Luft wohl den Rest erledigt haben.

    Hier hätten wir eigentlich die Autos abstellen, in die Badehose schlüpfen und runter an den weißen Strand gehen sollen.

    Der Preis dafür wäre gewesen, dass wir für die restliche Strecke zur Hauptstadt runter nach Cagliari anstatt die kurvige Küstenstraße die Autobahn hätten nehmen müssen.

    Die Entscheidung fiel „einstimmig“ aus: Küstenstraße :D

    Unten in Cagliari war das Wetter leider etwas grau in grau, deshalb gibt´s auch keine Fotos die es wert gewesen wären hier hinein zu stellen.

    Für die zweite Übernachtung auf der Insel haben wir in Villasimius – einer kleinen Ortschaft an der Südostküste - Halt gemacht.


    Tag Nummer 4 startete mit leichtem Regen dafür mit super Asphaltverhältnissen.

    Dann lockerten die Wolken auf, dafür wurden die Straßenverhältnisse massiv schlechter.

    Option 3 war „grau in grau“ aber relativ guter Asphalt – Option 4 dann zeitweise Schlaglöcher gepaart mit dichtem Nebel

    Also 5. Option gab es noch eine Strada Provenziale die neben Schlaglöcher auch ganze Schlag-Wannen zu bieten hatten. (leider auf dem Fotos schlecht erkennbar)

    Was die Einheimischen von dieser Straße halten, erkennt man am Straßenschild.=O

    Also wenn schon nicht die Idealvariante mit top Asphalt bei strahlendem Sonnenschein und wenig Verkehr, dann wäre ich bei den 5 angebotenen Optionen für die Variante 3.


    Ein Highlight auf Sardinien ist natürlich die Strada Statale 125. Doch auch hier war uns der Wettergott nicht gerade gut gesinnt. Und das obwohl wir am Vorabend unsere Tellerchen alle schön brav aufgegessen hatten.

    Doch nach und nach lichtete sich der Nebel und wir durften die SS125 in voller Pracht bei sehr wenig Verkehr genießen.

  • Der Fahrspaß hatte dann aber ein jähes Ende. Bei mir im Rückspiegel tauchte ein Blaulicht auf. Ich verringerte natürlich sofort die Geschwindigkeit und gab den anderen beiden (sie fuhren zu dem Zeitpunkt vor mir) per Funkquatsche die drohende Gefahr durch. Die Carabinieri überholten mich in vollem Karacho. Ebenso die beiden anderen und schon waren sie wieder weg. Kurze Ratlosigkeit im Funkverkehr. War´s das? Natürlich nicht! Die Herren haben sich nur einen passenden Ort mit einer Parknische gesucht um uns per roter Kelle aus dem Verkehr zu ziehen.

    Seniori – Driving License and Dokumenti perfavore.


    Sie sammelten die Führerscheine und Personalausweise ein und verschwanden für eine Weile in ihrem Auto. Nach einer gefühlten viertel Stunde bekamen wir die Papiere wieder retour.

    Mit einem kurzen „You can go“ war die Geschichte dann erledigt. Zum Glück!

    Etwas schaumgebremst ging es dann weiter in Richtung Cala Gonone. Dort konnten wir unser verdientes Feierabendbier in der Rooftop-Bar unseres Hotels genießen, bevor es zum Abendessen frischen Fisch gab. Der aktuelle Fang wurde auf einem Tablett präsentiert und jeder konnte sich aussuchen, welcher Fisch es denn werden sollte.


    Tag Nummer 5 war als „Pässetag“ im Landesinneren geplant. Gestartet hat der Tag leider wieder etwas durchzogen. Zum Regen kamen dann auch noch diese wolligen Verkehrsteilnehmer dazu :/

    Doch schon bald klarte es auf und das Dach konnte wieder runter. Die beiden anderen Herren machen das ja per Knopfdruck und das auch noch während der Fahrt. Meiner einer muss dazu bekanntlich stehen bleiben. Hat aber den Vorteil, im Anschluss zumindest einmal ein paar Kilometer etwas zügiger fahren zu können :saint:8o8o8o


    BTW: Die Strada Statale 392 zum Passo del Limbara ist sehr zu empfehlen. Eine Bergstraße irgendwo im Nirgendwo mit bestem Asphalt und Kurven fast wie Wedeln beim Schifahren

    Die Straße zu dieser „Mission-Control“ für was auch immer, war zwar nicht gerade der Hit, dafür war das Panorama da oben echt top

    Weiter gings nach Santa Teresa Gallura und dort weiter zum Capo Testa zu einem echten Traumplatz für ein Mittagessen. Die Sea Lounge Cala Spinosa. Im Hochsommer sicher komplett überlaufen. Anfang Mai herrlich entspannt.

    Hier in Teresa Gallura legt die Fähre in Richtung Korsika ab – dem eigentlichen Ziel meiner Reise. Doch weil mich meine Kollegen so brav um ganz Sardinien begleitet haben, begleitete ich sie nun auch nach Porto Torres, wo sie dann Sardinien wieder verlassen haben. Auf die 100km Fleißaufgabe (also eigentlich 200 weil ja auch retour) kam´s ja schließlich auch nicht mehr an.

    UND wir sind noch beim Roccia dell'Elefante vorbeigekommen.

    In Teresa Gallura hab ich dann meine beiden Kollegen auf die Fähre verabschiedet und hab dann auch dort übernachtet.


    Tag Nummer 6 führte mich übers kurvige Hinterland wieder zurück nach Santa Teresa Gallura zur Fähre nach Korsika. Hier muss ich der Crew ein großes Lob aussprechen. Die haben nämlich extra für mich den Rest der Autos angehalten und die Heckklappe von schräg auf horizontal angehoben, damit ich oben an der Kante nicht mit der Fahrzeugmitte am Gelenkpunkt streifte. :thumbup:

    Von Bonifacio gings dann rauf nach Porto Veccio an der Ostküste für die nächste Übernachtung. Porto Veccio hat eine Hammer Altstadt aus dem 16. Jahrhundert. Idyllisch auf einer Anhöhe gelegen und mit einer Festungsmauer umschlossen. Hinter den Mauern lässige Bar´s und Restaurants. Ein Geheimtip!


    Am Tag Nummer 7 dann quer rüber an die Westküste. Gefühlt sind die Straßen – also der Zustand selbiger - in Korsika einen Tick besser als in Sardinien. Richtig schön wird die Küstenstraße D81 nördlich der Hauptstadt Ajaccio.


    So wie hier zum Beispiel. Blauer Himmer, kein Verkehr, bester Asphalt – Herz was willst du mehr<3

  • Und dann – kurz vor Porto - das Highlight des Tages: Nicht fahrtechnisch, sondern optisch.

    Die richtige Location für ein paar Kalenderfotos

    Was in Korsika öfter vorkam als in Sardinien, waren Daumen hoch von den Motorradfahrern :thumbup::thumbup::thumbup:

    Also speziell dann, wenn es eine kleine Gruppe oder gar einzelne Fahrer von Modellen der etwas schnelleren Gangart waren. Da wird man als Lotus-Fahrer quasi als einer von ihrem Schlag angesehen ^^


    Am Nachmittag von Tag 7 war es dann endlich soweit. Nach mehr als 1.500km Irrfahrt auf Sardinien und Korsika bin ich endlich in Calvi im Feriendorf störrischer Esel angekommen. Da war meine Frau mit ihrer Truppe zu ihrer einwöchigen Trail-Running-Week einquartiert.

    Am Tag Nr. 8 war dann CO2 Kompensation mit dem Bio-Bike angesagt :saint:
    Ich hab´s ja nicht so mit dem Laufen. Während sie mit ihrer Truppe täglich 15 – 20km in den Bergen herumgerannt sind, hab ich das Fitnessprogramm komprimiert an einem Tag runtergespult 8o

    Tag 9 war dann die Fahrt von Calvi nach Bastia zum Fährhafen angesagt. Nach gut einer Stunde Fahrzeit hab ich gemerkt, dass ich wohl zu viel Reserve eingerechnet habe. Deshalb gab´s nach L´lle Rousse kurzerhand eine „Warteschleife“ ins Hinterland. Nach vier Jahren Korsika wusste ich ja, dass die Fähren immer zu spät ablegen und somit eine halbe oder ¾ Stunde Reserve mehr als reichen ^^


    Von Bastia gings dann nach Livorno und von dort dann zurück ins schöne Xiberger Land.


    Tja was man nicht alles macht um einen möglichst kleinen CO2 Fußabdruck zu machen und deshalb NICHT – so wie meine Frau – in ein Flugzeug sitzt :saint::saint::saint::saint:

    Sche war´s !!!!