Neues vom Amtsschimmel

  • Quote

    Mit der Umstellung auf die nationale Teiletypgenehmigung verfolgt das Kraftfahrt-Bundesamt das Ziel, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und gleichzeitig einheitliche Qualitätsstandards für den Teilemarkt zu etablieren. Gleichzeitig reagiert der Gesetzgeber damit auf eine zunehmende Zahl von Beanstandungen im bisherigen Genehmigungssystem. Der Kunde darf sich am Ende vermutlich auf höhere Kosten einstellen.

    Ich glaube ja, da hat ne Lobby einfach rausgefunden wie man als Prüforganisation noch mehr Geld verdienen kann...

  • Also jetzt einmal langsam. Wenn es keinen TÜV gäbe, dann würden diese Kisten auch auf unseren Straßen unterwegs sein.

    Aber ich hoffe, das will keiner von euch, dass solche Kisten unsere Elisen zerklopfen, oder?
    Das Problem ist für uns der deutsche Beamtenschimmel, da wir ja dafür bekannt sind, dass wir alles besser machen als alle anderen, neigt der deutsche Normierungsschimmel immer zum Übersteuern. Daraus entstehen dann oft die dämlichsten Richtlinien, die man sich vorstellen kann.
    Wenn man dann auch noch bedenkt, dass unsere Abgeordneten zum größten Teil aus Beamten, Studienabbrechern, Rechtsanwälten und Kinderbuchautoren bestehen, sind das dann Sachen die mangels Verständnis einfach durchgewunken werden.

    Da ich ja früher Rallye gefahren bin, hatte ich da schon immer Probleme, im Gegensatz zur Rundstrecke oder Bergrennen. Mir kann bis heute noch keiner sinnvoll erklären, warum eine komplette innenbelüftete Bremsanlage aus einem Escort XR3i mir 105 PS, verbaut in einem Fiesta 1.1 mit 70 PS technisch gefährlich ist. Aber so sind wir halt.

    Wenn Porsche abnehmbare Lenkräder verbaut (ab Werk natürlich) müssen die nicht absperrbar sein, wenn wir da machen ?

    Es ist nicht schlimm, daß mein Auto beim Rückwärtsfahren nicht piept. Die Schreie der Passanten genügen mir völlig. !

    1. Was ist falsch daran, es besser machen zu wollen?
    2. Es gibt keinen Ausbildungsberuf zum Abgeordneten. Also bestehen diese aus dem, was das Volks ausspuckt. Und Studienabbrecher und Rechtsanwälte in dem Zusammenhang zu nennen...
    3. Es muß ja nicht alles technisch gefährlich sein. Aber anscheinend kannten die Leute dich und deine qualitative Arbeit schon und konnten schon im Vorfeld deine Bremsanlage einschätzen.
    4. Du verwechselst da was.. es ist ein Unterschied, ob ein Auto erstzugelassen wird, oder ob ein Teilehersteller ein Zubehörteil in den Verkehr bringen will.

    Die deutsche Bahn ist die beste Autowerbung

  • Was ist falsch daran, es besser machen zu wollen?

    Ein kleiner Aspekt daran ist falsch: Es ist teurer.

    Und wenn sie jetzt schon sagen es wird teurer, dann kann ich dir versprechen, dass es richtig teuer wird.

    Etwas zu verbessern darf ruhig den Kostenaspekt mit berücksichtigen.
    Aber wenn man einfach die Kohle rausbläst und der Kunde zahlt die Zeche, dann ist das nicht besser.




    Ich hab nichts gegen das verbessern, aber verbessern heißt hier einfach nur weniger Arbeit und mehr Geld.

    Wenn sie ne Datenbank für die Tuningteile kriegen, dann ist das wohl effizienter, als auf schlecht ausgedruckten Papieren irgendwas rauszusuchen.

    Was daran im täglichen Betrieb teurer sein soll erschließt sich mir nicht.

    Klar wollen dann alle verdienen, z.B. jemand der eine Plattform/Datenbank mit Lizenz dafür entwickelt und der wird ordentlich zuschlagen.


    Anbindung für Behörden für eine leichtere Kontrolle im Straßenverkehr --> Perfekt, können wir die Länder nochmal mit überzogenen Lizenzgebühren und am besten noch dedizierter Hardware abzocken.


    Und weil das eh alles schon zu Lasten des Steuerzahlers geht, hey, lass uns doch einfach sagen, dass alles aufwändiger ist und wir ziehen dem sein hart verdientes, bereits versteuertes Geld auch noch aus der Tasche.


    Win Win Situation für die Vielzahl an Prüforganisationen und die Lobby die dahinter steht.


    Leidtragend sind jetzt Hersteller und Kunden --> Keine Lust mehr

    1. Was ist falsch daran, es besser machen zu wollen?
    2. Es gibt keinen Ausbildungsberuf zum Abgeordneten. Also bestehen diese aus dem, was das Volks ausspuckt. Und Studienabbrecher und Rechtsanwälte in dem Zusammenhang zu nennen...
    3. Es muß ja nicht alles technisch gefährlich sein. Aber anscheinend kannten die Leute dich und deine qualitative Arbeit schon und konnten schon im Vorfeld deine Bremsanlage einschätzen.
    4. Du verwechselst da was.. es ist ein Unterschied, ob ein Auto erstzugelassen wird, oder ob ein Teilehersteller ein Zubehörteil in den Verkehr bringen will.

    Hi Klubbi,

    Meinungsfreiheit ist eine schöne Sache und ich hoffe, auch Du hast davon schon gehört. Ich akzeptiere auch Deine Meinung.
    Unverschämt finde ich aber deine Aussage unter Punkt 3. Kannst du "DUMPFBACKE" mir bitte erklären wie Du dich über die Qualität meiner Arbeit auslassen kannst, ohne was von meinen Teilen gesehen zu haben?

    Aber das ist ja klar, Hauptsache die Luft scheppert und nachplappern, da muss man ja nicht nachdenken.

    Es ist nicht schlimm, daß mein Auto beim Rückwärtsfahren nicht piept. Die Schreie der Passanten genügen mir völlig. !

  • Hach, herrlich. Alle Stereotypen direkt wieder bedient. Da bei uns immer alles Serie ist, muss auch nichts eingetragen werden. So einfach. Und bei den E-Karren, was will man da überhaupt eintragen, außer Folierung der Scheiben oder so.

  • Bei den Schweizern kann man "Veteranenfahrzeuge" von der MFK befreien. Was bei uns quasi das H Kennzeichen ist. dort sind die Bestimmungen aber deutlich straffer. Ein verschlissenes Lenkrad führt schon dazu, dass man den Status nicht erhält.


    In Frankreich übrigens auch - Autos vor BJ 1960.

    Hab ich eigentlich erwähnt, dass ich mehr so der Sommertyp bin? <X

  • Ach das. Ja, kenne ich. Veteranen muss man dann aber immer noch prüfen. Halt alle 5 Jahre anstatt alle 2. Wär ja zu schön gewesen:)

    Bezüglich Veteranen Status (Eintrag im FZ Ausweis): ist wohl auch ziemlich unübersichtlich bzw. manche sind extremst penibel und bei anderen werden wohl beide Augen zugedrückt. Besonders wenn es um irgendwelche Änderungen geht.

  • Bei den Schweizern kann man "Veteranenfahrzeuge" von der MFK befreien.

    Das ist nicht so ganz korrekt, oder zumindest nicht allgemeingültig.


    In der Schweiz ist das Prüfintervall für Motorfahrzeuge kantonal geregelt, sprich jedes "Bundesland" macht sein eigenes Ding.

    Oftmals sind die Intervalle nahe diesem Schema (Bsp. Ktn. Schwyz):

    1. Prüfung 5 Jahre nach 1. Zulassung

    2. Prüfung 3 Jahre nach der 1. Prüfung

    3. - n. Prüfung im 2 Jahres Rhythmus.


    Die Intervalle können nach Auslastung der Ämter variieren da die Prüfung nicht in allen Werkstätten sondern nur wenigen Prüfstellen (~2 pro Ktn.) durchgeführt wird. Dies führt aktuell zu Verzögerungen von 1-2 Jahren ;) wenn man Glück hat.


    Den Veteranenstatus beantragen lohnt sich nur für uralte Fahrzeuge und die Auflagen machen eine Hobby Nutzung fast unmöglich.

    Wer macht schon gerne unter 3000km mit seinem Liebling ;( und auch hier verlängert sich das Prüf-Intervall auf maximal 6 Jahre.


    Auszug aus den Weisungen des UVEK...

    ...für die Zulassung als Veteranenfahrzeug

    1. Als Veteranenfahrzeuge gelten Motorfahrzeuge und die dazugehörenden Anhänger, die folgende Voraussetzungen erfüllen:
      a) die erste Inverkehrsetzung erfolgte vor mehr als 30 Jahren;
      b) die Fahrzeuge dürfen nur für private Zwecke verwendet werden. Namentlich ausgeschlossen sind Fahrten, mit welchen ein wirtschaftlicher Erfolg erzielt wird. Der wirtschaftliche Erfolg gilt als gegeben, wenn für die Fahrt eine Entschädigung zu entrichten ist, welche die Fahrzeugkosten und den Auslagenersatz des Fahrzeugführers übersteigt;
      c) sie dürfen nicht regelmässig in Betrieb stehen (ca. 2000 - 3000 km/Jahr);
      d) sie müssen der ursprünglichen Ausführung entsprechen;
      e) sie müssen optisch und technisch in einwandfreiem Zustand sein.
    2. Die Kantone entscheiden anlässlich einer Nachprüfung, ob diese Voraussetzungen gegeben sind. Im Fahrzeugausweis wird "Veteranenfahrzeug" entweder in der Rubrik "besondere Verwendung" oder als Ziffer 180 gemäss den Richtlinien Nr. 6 der Vereinigung der Strassenverkehrsämter (asa) eingetragen.
    3. Die Nachprüfungsintervalle können bei Veteranenfahrzeugen bis auf 6 Jahre ausgedehnt werden (Abweichung von Art. 33 VTS).
    4. Ein Wechselschild oder ein Wechselschilderpaar kann für mehr als zwei Veteranenfahrzeuge erteilt werden (Abweichung von Art. 13 Abs. 2 VVV).
    5. Die Kantone können Ausnahmen von den 1932 bzw. 1933 in Kraft getretenen Bestimmungen gewähren für Veteranenfahrzeuge, die damals bereits im Verkehr standen, wenn sonst der historische Wert des Fahrzeugs wesentlich beeinträchtigt würde. Auflagen, die zur Gewährleistung der verkehrs- und betriebssicheren Verwendung verfügt werden, sind im Fahrzeugausweis einzutragen.
    6. Veteranenfahrzeuge sind von der Ausrüstungspflicht mit Fahrt- bzw. Restwegschreibern befreit (Abweichung von Art. 100 Abs. 1 Bst. b bzw. Art. 101 Abs. 1bis VTS).
    7. Führer und Führerinnen von schweren Motorwagen zum Personentransport, die für eine Platzzahl von mehr als neun Personen (mit Führersitz) zugelassen sind und als Veteranenfahrzeuge gelten, sind im Binnenverkehr von den Bestimmungen der ARV 1 ausgenommen (Abweichung von Art. 3 Abs. 1 Bst. b ARV 1).
  • Die Frage ist ja auch, wer denn das alles dann erledigen soll.

    Für TÜV, Dekra und Co. würde das ja auf einen Schlag die Verdoppelung der Fahrzeuge pro Jahr bedeuten.

    Theoretisch schöne Einnahmen, aber Prüfingenieure wachsen bekanntlich nicht an Bäumen.

  • Wenn ich mir ansehe, was an den Prüfstationen hier so los ist, dann verkraften die das locker. Deshalb ist der Kram ja auch so teuer - die Leerlaufzeit zwischen den 10 Minuten dauernden Prüfungen muss ja auch irgendwie bezahlt werden.

    Hab ich eigentlich erwähnt, dass ich mehr so der Sommertyp bin? <X

  • Wenn ich mir ansehe, was an den Prüfstationen hier so los ist, dann verkraften die das locker. Deshalb ist der Kram ja auch so teuer - die Leerlaufzeit zwischen den 10 Minuten dauernden Prüfungen muss ja auch irgendwie bezahlt werden.

    Die Leerlaufzeit zwischen den Prüfungen ist bei uns prall gefüllt mit Pausen, Kaffeetrinken und "mit Kollegen quatschen". Da passt keine einzige Prüfung zusätzlich dazwischen!

    --- Elise: Da steigt man nicht ein, die zieht man sich an! ---

  • Ich hätte damit kein Problem, wenn die Autos >10 Jahre überdurchschnittlich viele Unfälle aufgrund technischer Mängel hätten.

    Ich glaube aber, dass das nicht so ist.

    In der Quelle ist schon von einer erhöhten Unfallanzahl die Rede. Das dürfte aber wohl eher auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass Fahranfänger eher seltener über das finanzielle Polster verfügen, sich für 50.000 € einen Neuwagen zu leisten.

    --- Elise: Da steigt man nicht ein, die zieht man sich an! ---

  • Ob die Idee mit jährlich zum TÜV etwas mit Fahranfängern zu tun hat wage ich zu bezweifeln.

    Erst werden die sozial minderbemittelten Kinder von der verpeilten Mama oder dem überalterten Papa im Homeoffice mit dem 2,3t Leasing SUV direkt vor das Klassenzimmer gefahren und dann bekommen genau diese verzogenen Weltverbesserer zum bestanden Führerschen mit 23 nach 87 Fahrstunden einen nagelneuen modernen Dreckshaufen vor die Tür gestellt. Da interessiert sich doch keiner für sowas wie den TÜV.

    "Sie dürfen nicht alles glauben, was Sie denken."

    Heinz Erhardt

  • Mein Mitshubishi L300 (BJ 96) war gerade beim TÜV, 2 Wochen Später war die hintere Bremsleitung defekt - Liegenbleiber, ADAC etc. Nur so viel zur Sinnfälligkeit kürzerer Prüfintervalle. Der Gr7nd ist m. E. Ein anderer: ältere Autos sollen immer unattraktiver werden - damit man mehr (e) Neuwagen verkaufen kann. Die Statistik gibt übrigens keine signifikante Häufung von Unfällen durch alte Autos her.

  • Mein Mitshubishi L300 (BJ 96) war gerade beim TÜV, 2 Wochen Später war die hintere Bremsleitung defekt - Liegenbleiber, ADAC etc. Nur so viel zur Sinnfälligkeit kürzerer Prüfintervalle. Der Gr7nd ist m. E. Ein anderer: ältere Autos sollen immer unattraktiver werden - damit man mehr (e) Neuwagen verkaufen kann. Die Statistik gibt übrigens keine signifikante Häufung von Unfällen durch alte Autos her.

    Das war ja dann sicherlich ein Gefälligkeitstüv oder :D

    Es ist nicht schlimm, daß mein Auto beim Rückwärtsfahren nicht piept. Die Schreie der Passanten genügen mir völlig. !

  • Flensburg, 16. April 2025. Der 20. Juni 2025 bringt in genehmigungsrechtlicher Sicht für Hersteller von Fahrzeugteilen eine erhebliche Veränderung. Die bisherigen Teilegutachten dürfen durch die Technischen Dienste nicht mehr ausgestellt werden. Betroffene Hersteller können stattdessen eine nationale Teiletypgenehmigung beim Kraftfahrt-Bundesamt beantragen.

    Sofern Hersteller statt eines Teilegutachtens bisher bereits über eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) verfügten, (fünfstellige Kennzeichnung „KBA XXXXX“), kann diese fortgeführt werden. Mit einer nationalen Teiletypgenehmigung genehmigte Teile sind an der sechsstelligen Kennzeichnung „KBA XXXXXX“ erkennbar.

    Nach einer Übergangsfrist von drei Jahren dürfen Teilegutachten ab dem 20. Juni 2028 ausschließlich auf Einzelabnahmen nach § 21 StVZO beschränkt verwendet werden. Teilegutachten für bereits in Fahrzeuge eingebaute Fahrzeugteile behalten die Gültigkeit.

    Die Änderungen im Bereich der Teiletypgenehmigung dienen der Verbesserung der Verkehrs-sicherheit und Anpassung der Qualitätsstandards. Die Länder hatten bei der Marktüberwachung eine nicht tolerierbare Anzahl fehlerhafter Teilegutachten festgestellt. Das geht aus der Begründung zur Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) vom 19. Juni 2024 hervor.

    Anders als bei Teilegutachten ist das KBA bei der Teiletypgenehmigung befugt, die Konformität der Fahrzeugteile nachzuprüfen und Genehmigungen zu widerrufen. Das Verfahren der nationalen Teiletypgenehmigung räumt dem KBA zur Verbesserung der Verkehrssicherheit zusätzliche Handlungsmöglichkeiten ein.


    Kraftfahrt-Bundesamt - Pressemitteilungen - Ab 20. Juni 2025: Teiletypgenehmigung des Kraftfahrt-Bundesamtes löst Teilegutachten ab

    Die News ist noch schlimmer als der jährliche TÜV..