Elise beim Exorzisten oder, wie treiben wir ihr das Rechtssitzen aus ;-)

  • Ich habe heute eine zweite Umlenkmechanik am Getriebe umgebaut. Da war nur eine Hülse drin ohne Gewinde. Wenn man da auch nur wenig Spiel drin hat, dann wackelt die ganze Mechanik weil die Schraube nicht im Blech festgeschraubt wird. Durch die Hülse mit Gewinde wird die Schraube besser fixiert. Habe deshalb eine Sechskant-Gewindehülse (mit Gewinde) aus dem Baumarkt genommen und auf die richtige Länge abgedreht.

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  • Sehr interessant. Da kann das mit den Gleitbuchsen ja von vornhinein schon nicht funktioniert haben :/

    Hat wohl einer an einem Montag nach den Betriebsferien zusammengebaut.

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  • Ich habe heute eine zweite Umlenkmechanik am Getriebe umgebaut. Da war nur eine Hülse drin ohne Gewinde.

    Meinst du den Crossgate Pivot Mechanismus hinten am Getriebe? Da hat Lotus ganz bewusst die Konstruktion geändert bzw. deutlich verbessert.


    Alt (A111F0026F): Schraube - Gewindehülse - Kontermutter - Sicherungsmutter

    > sehr fummelig zu justieren, oft zu wenig oder zu viel Spiel


    Neu (A117F0009F): Schraube - gewindelose Hülse mit 2/10 Übermaß - Sicherungsmutter

    > da braucht nix mühsam justiert zu werden, Mutter festziehen, fertig. Das Spiel ist immer gleich (sofern die Gleitlagerbuchsen noch okay sind).


    Svens Kugellager Lösung ist sicherlich deutlich besser und wartungsfreier, aber ohne Drehbank z.H. nicht realisierbar.

  • Ah, wieder was gelernt. Dann funktioniert das Quasi so wie bei meiner Lösung vorn, wo die Hülse zwischen den Lagern geklemmt ist.

    Werde ich ja dann sehen, wenn ich an meine 2000er gehe. Die sollte das dann ja so haben. Bisher habe ich nur bei älteren Kisten an dieser Stelle gebastelt.

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  • Aber für die Lösung mit den Kugellagern finde ich die Schraubhülse besser. Denn da wird das eine Kugellager und die Schraube im Blech besser fixiert. Wenn die Schraube nicht fixiert ist, dann kann bei etwas Spiel die ganze Mechanik im Blech wackeln.


    Auf jeden Fall lässt sich mit den Kugellagern das Drehgelenk wesentlich leichter drehen als mit den Gleitlagern

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  • Ich bin mir nicht sicher wann genau Lotus das abgeändert hat. Die Part Nr. A117... deutet ja auf S2 hin, muss aber nicht zwingend mit dem Modellwechsel eingefûhrt worden sein.

    Den neuen Mechanismus hatte ich jahrelang im Keller liegen. Erst beim Wechsel auf die Gelenklager habe ich dann den Unterschied von alt zu neu bemerkt. Wo ich den Kram her hatte weiß ich aber nicht mehr.

  • Aber für die Lösung mit den Kugellagern finde ich die Schraubhülse besser. Denn da wird das eine Kugellager und die Schraube im Blech besser fixiert. Wenn die Schraube nicht fixiert ist, dann kann bei etwas Spiel die ganze Mechanik im Blech wackeln.


    Auf jeden Fall lässt sich mit den Kugellagern das Drehgelenk wesentlich leichter drehen als mit den Gleitlagern

    und ich denke, dass diese Leichtgängigleit auch etwas länger erhalten bleibt.

    man könnte das ganz aber auch ohne Drehbank machen, wenn man etwas geschickt mit Säge und Feile ist.

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  • Der Unterschied von den Gleitlagern zu den Kugellagern ist schon extrem. Das Gleitlager braucht schon viel mehr Kraft um bewegt zu werden. Die Kugellager pendeln von allein.

    Nochmals Danke für die super Lösung.

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  • Dann zur Abwechslung mal was nicht so spannendes. Lüftergehäuse zerlegen:


    So kommt das Teil aus dem Auto.

     

    Das kennen wir ja schon vom Kühlerlüfter - Lotus scheint originale Polarität an Elektromotoren nicht zu mögen.


    Die Plastikkappe oben drauf, auf die der Lüfterschlauch kommt ist nur leicht angeklebt. Die Wiederstände hängen in Blechklammern. Wenn man die mit einer Zange etwas zusammendrückt, kann man sie leicht aus den Wiederständen herausziehen.

     

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  • Der Ring am Einlass ist geschraubt.

    Das Lüfterrad wird mit einem C Clip gehalten. Mit einem leichten Klopfer auf die Motorwelle löste sich das Rad und konnte abgezogen werden.

     

    Der Motor ist am Gehäuse vernietet. Also mal wieder einen auf Herz-Königin gemacht und einige Köpfe rollen lassen.


    Als nächstes werden die Einzelteile sauber gemacht und ein wenig entrostet - aber das kann jemand mit kleinen Fingern machen

     

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  • Was gab es heute?

    Spurstangeköpfe getauscht. Eigentlich nichst spannendes, aber es gibt ja immer etwas zu entdecken. Die alte Lenkung wird gegen ein kurzes Lenkgetriebe getauscht.


    Auf der alten Spurstange wird der Spurstangenkopf merkwürdigerweise mit zwei Kontermuttern gehalten. Wofür ist das gut? Weiß es jemand, weiß es jemand?


    Ganz einfach. Zum Einstellen der Spur. Die alte Spurstange hat keine Schlüsselfläche. Hier wird dann in dieversen "Fachwerkstädten" gerne mal die große Zange bemüht. Dabei muss man nur die beiden Muttern lösen. Ein wenig vom Kopf wegdrehen und dann wieder kontern. Schon hat man einen Anstatz für den Schlüssel beim Einstellen. Wie rechts zu erkennen, haben die neueren Spurstangen eine Schlüsselfläche, da fällt dann die zweite Mutter weg.

     

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  • Dann waren da noch die Sitze:


    Erstmal die Sitzschienen entfernen. Das wirft eigenlich keine Fragen auf. Rundherum ein paar Schrauben und schon hat man den Kram in der Hand.

     

     


     


     


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  • Die Konsole des Fahrersitzes wird umgebaut. Dazu sind im Umbausatz zwei neue Brackets enthalten, die den Sitz in einem anderen Winkel auf den seitlichen Schienen befestigen. Vorn ist eine Traverse, die mit einer Schraube gehalten wird. In der Schiene sind zwei Gewinde, die je nach Einbaulage verwendet werden.

     


    Eines der Brackets hat die Schrauben ein wenig unkonvetionell platziert. Da kommt man mit einem Kugelkopf Inbus ran. Wenn die Schiene schonmal im Schraubstock steckt, kann man sie auch ein klein wenig zusammendrücken. Viele der Schienen haben über die Jahre Spiel bekommen und wackeln gerne. Das kann man durch leichtes zusammendrücke minimieren. Einfach vorsichtig im Schraubstock Stück für Stück zusammendrücken.

     

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  • Der Beifahrersitz hat eine Schweißkonstuktion als Konsole. Die muss komplett getauscht werden.

     

     

    Obwohl alle Schrauben los waren, wollte die Konsole nicht. An den Seiten klebte die Konsole am Leder. Hier half ein wenig Hebeln mit dem Schraubendreher.

     

    Die alte und die neue Schiene.

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  • Der Fahrersitz hat an der Rückseite eine Kartentasche. Die muss beim Umbau natürlich auch die Seite wechseln. Das Teil ist angenietet - also mal wieder mit dem guten alten Beitel ein paar Köpfe kappen.

     


     

     

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  • Dann noch an die Innereien der Sitze. Der Fahrersitz hat eine aufblasbare Lordosenstüze. Die zieht natürlich mit um. Also erstmal die Polster hoch. Die sind nur sparsam eingeklebt und recht leicht zu entfernen. Das Luftkissen ebenfalls.

     

     

    Auf der Beifahrerseite sitzt an derselben Stelle ein Schaumgummikissen. Das lässt sich mit der Klinge leicht entfernen.

     


    Jetzt alles etwas säubern und dann wieder zusammen. Aber natürlich fließt auch hier noch eine kleine Modifikation mit ein ;)


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  • Inwiefern unterscheiden sich Fahrer- und Beifahrersitz eigentlich? Also abgesehen von Tasche und Lordosenstütze. Ist das Bohrbild für die Sitzkonsolen gespiegelt? Also Lordosenstütze und Tasche dran lassen und die kompletten Sitze tauschen geht nicht?


    An meiner S1 haben beide Sitze eine Lordosenstütze. Die Pumpen jeweils innen liegend. An der S2 waren sie glaube ich außen liegend.

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  • Was ich so gut finde dass deine Foto wirklich sehr schön die Arbeitsschritte und "Problemchen" dokumentieren.

    Es ist wie ein Bilderbuch für Erwachsene :D


    Wir bräuchten eigentlich noch einen 2. Kalender als einmalige Specialedition mit Werkstattfotos :cc

  • Die Sitzschalen sind gleich und können beliebig links und rechts verbaut werden. Der Unterschied liegt in der Lordosenpumpe, die nur der Fahrersitz ab Werk hatte und in der Lage der Scheuerkante aus Verdeckstoff. Diese sollte logischerweise auf der Türseite liegen. Deshalb tausche ich die Innereien und nicht einfach nur die Sitze.


    Wenn deine Sitze beide eine Pumpe haben hat wohl jemand mal einen englischen Fahrersitz nachgerüstet.


    Hier kann man die schwarze Scheuerkante beim englischen Fahrersitz erkennen.

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  • Ah, die Scheuerkante, klar! Danke!

    Quote

    Wenn deine Sitze beide eine Pumpe haben hat wohl jemand mal einen englischen Fahrersitz nachgerüstet.


    Muss in dem Fall ein LHD-Fahrersitz gewesen sein, da es auch (noch) ein RHD-Fahrzeug ist. :/ Werds mir am Wochenende nochmalgenauer anschauen.


    Werd diesen Winter auch noch auf LHD umbauen. Falls dir im Nachhinein noch auffällt dass du irgendwas vergessen hast zu fotografieren kannst hier Bescheid geben. Warte aktuell noch (seit etwa einem Monat) auf das LHD-Kit von Yvo.

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